Emil Krebs (1867 – 1930), Mitarbeiter des Sprachendiensts des Auswärtigen Amtes, gilt bis heute als eines der größten Sprachwunder der Menschheitsgeschichte.
Er beherrschte bis zu seinem Tod 68 Sprachen in Wort und Schrift, hatte sich mit über 100 Sprachen befasst und eine umfangreiche Privatbibliothek mit ca. 5.700 Schriften und Büchern in fast 120 Sprachen hinterlassen. Sein Genie wurde durch das Hirnforschungszentrum der Universität Düsseldorf bestätigt, das sein Gehirn sezierte und seine Sprachbegabung in einen engen Zusammenhang mit der Gehirnstruktur stellte.
In der Schule lernte Krebs zunächst Latein, Griechisch, Französisch und Hebräisch, sowie autodidaktisch noch Neu-Griechisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Russisch, Polnisch, Arabisch und Türkisch. Als er die Schule 1887 beendete, beherrschte er somit bereits zwölf Sprachen.
Nach Theologie- und Jurastudium und einer Tätigkeit als Gerichtsreferendar trat er am 30. September 1893 in den Auswärtigen Dienst ein und wurde als Dolmetscher nach Peking entsandt. Dort blieb er fast 25 Jahre lang, bevor nach Berlin zurückkehrte – und immer weiter lernend: Ägyptisch, Albanisch, Arabisch, Armenisch, Baskisch, Georgisch, Japanisch, Javanisch, Koreanisch, Kroatisch, Norwegisch, Persisch, Russisch, Syrisch, Türkisch, Urdu und und und…
Die Schriften von E. Krebs belegen, dass er zum Erwerb weiterer Sprachen oft nicht die eigene Muttersprache nutzte, sondern andere Sprachen als „Mittlersprache“ einsetzte: Afghanisch, Birmanisch, Gujarati, Hindi, Irisch, Singhalesisch, Portugiesisch; über das Russische lernte er die Sprachen Burjätisch, Finnisch, Tatarisch, Ukrainisch; das schwierige Baskisch eignete er sich ausschließlich über Spanisch an. Dabei befasste er sich gleichzeitig mit den Dialekten Guipuzkoa, Bizkaya, Laburdi und Zubero sowie auch dem Altenglischen, dem Pekinger und Shanghaier Dialekt, umgangssprachlichen Varianten des Chinesischen, mit Kalmückisch, Ordoss, Sardisch, Toskanisch u.a.
Ab 1921 arbeitete Krebs im Chiffrierdienst des Auswärtigen Amtes sowie ab 1923 zusätzlich im Sprachendienst. Dort verstarb er am 31. März 1930 während einer Übersetzung an einem Gehirnschlag.
Mehr aus dem beeindruckenden Leben des Emil Krebs sowie sein Lebenslauf lässt sich auf der Seite des Auwärtigen Amtes nachlesen oder auch als pdf-Datei ausdrucken.
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